Welche Compliance Ziele sind mit welchen Compliance Strategien erreichbar

Der Bogenschütze steht auf dem Trammplatz in Hannover.

Mit dem Compliance-Management-System möchte ein Unternehmen das Einhalten von Gesetzen und Richtlinien im Unternehmen fördern sowie Fehlverhalten vermeiden.

Wenig Risiko bei gleichzeitiger Anhebung der Effizienz sowie Effektivität, das sind die großen Ziele von Compliance. Dies gelingt nur durch den strategischen Einsatzes von Compliance-Maßnahmen.

Für die moderne Geschäftswelt ist ein Compliance-Management-System somit unverzichtbar. Zweck des Systems ist Haftungsvermeidung und Risikobegrenzung/-minimierung. Ein gutes Compliance-Management-System kann Unternehmen vor teuren Prozessen, hohen Schadenersatzforderungen und Reputationsschäden schützen. Reputationsschäden sowie zivil- und strafrechtliche Folgen verursachen hohe ideelle und finanzielle Schäden.

Compliance Ziele

Mit einem guten Compliance-Management-System kann ein Unternehmen folgende Ziele anvisieren:

  • Effizienz und Effektivität
  • Motivation der Mitarbeiter
  • Begrenzung sowie Minimierung der Risiken (Vermeidung von Strafverfahren und Ordnungswidrigkeiten)
  • Chancen auf Teilnahmeausschreibungen (Zuschlag öffentlicher und privater Aufträge)
  • Verbesserung des Unternehmensratings (Kreditwürdigkeit, Kreditvergabe und -konditionen)
  • Korruptionsprävention im Vertrieb (Kunden und Lieferanten)
  • Transparenz (Offenlegung, Going Public)

Die sachkundige Organisation regelgerechten Verhaltens im Unternehmen sowie der Nachweis einer Compliance-Organisation, sind mithin für Compliance-Ziele zumindest vorteilhaft.

Auf der juristischen Ebene kann es zu kartellrechtlichen Vorwürfen kommen. Compliance schützt ein Unternehmen unter Einbeziehung von Kunden und Lieferanten vor möglichen Schäden durch Kartellrechtsverstöße. Die Haftungsrisiken des Unternehmens schrumpfen, ebenso wie die persönliche Haftung der Leitungsorgane.

Internationale agierende Unternehmen können besonders von den wirtschaftlichen Vorteilen eines Compliance-Managements profitieren, da sie naturgemäß stärker mit Risiken in Berührung kommen. Compliance wirkt sich zum einen auf das Unternehmensrating aus, zum anderen wachsen die Chancen auf internationale Finanzierungen – ebenso wie die Erfolgsaussichten auf Teilnahmen an Ausschreibungen und Arbeitsgemeinschaften. Sowohl finanziell wie auch juristisch kann ein Unternehmen also mit einer Compliance-Strategie punkten.

Compliance Strategie

Um eine optimale Strategie zu entwickeln, ist die Eingrenzung von vier Bereichen erforderlich:

Funktionale Dimension

Bei den Geschäftsaktivitäten spricht man vom funktionellen Geltungsbereich.

Materielle Dimension

Die Rechtsgebiete zielen auf den materiellen Geltungsbereich ab.

Personelle Dimension

Geht es um den Personenkreis, so spricht man vom personellen Geltungsbereich.

Territoriale Dimension

Welche Regionen und Sektoren angesprochen werden sollten, wird im territorialen Geltungsbereich festgesetzt.

Single Standard

Für die Entwicklung einer Compliance-Strategie ist es wichtig zu prüfen, ob in einem global agierenden Unternehmen für alle territorialen Bereiche die gleichen Regeln herrschen sollen oder, ob sie von Region zu Region unterschiedlich sein sollen. Beispielsweise kann dies bei Muttergesellschaften und Tochterunternehmen zu einem Spagat zwischen Marketing und juristischer Gestaltung führen. In dem Fall ist eine genaue Abwägung der Prioritäten sinnvoll.

Die gleichen Grundregeln für alle Regionen heißen in der Fachsprache „single standard“.

Reputationsschäden haben eine enorme Rückschlagkraft auf ein Unternehmen. Juristisch interessant ist daher die Ausgestaltung der Aufsichtspflichten von Muttergesellschaften gegenüber Tochterunternehmen bei Haftungsangelegenheiten wie Kartellverstößen. Wir helfen Ihnen bei der Vertragsgestaltung.

Welche Compliance Ziele sind mit welchen Compliance Strategien erreichbar

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